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Das ein grosser Hype nicht sofort jeden Künstler blenden muss, beweist Ms. Dynamite. Nach dem Riesenerfolg ihres ersten Albums „A Little Deeper“ wurde sie Mutter und kümmerte sich erst um ihren Sohn, bevor sie wieder zurück ins Musikbusiness kam. Die Zeit hat sie zweifellos geprägt, von dem wilden Garage Sound früherer Tage ist eigentlich nichts mehr übrig geblieben. „Judgement Days“ vereint stilvollen R’n’B mit HipHop und Soul zu einer ruhigen und trotzdem kraftvollen Mischung. Den Unterschied zu glatt polierten US-Produktionen machen nicht nur die Beats, welche sich nicht scheuen auch mal dreckig zu klingen, sondern natürlich vor allem Ms. Dynamite selbst. Erstens merkt man das Herzblut, dass sie in ihre Texte legt und die kraftvolle, eindringliche Performance sorgt nicht selten für Gänsehaut. Ein grosser Unterschied besteht aber vor allem inhaltlich. Die junge Britin hat keine Angst, in ihren Songs heikle Themen wie Kindesmissbrauch, AIDS, häusliche Gewalt oder Armut anzusprechen, politische Statements gehören ebenso dazu wie ein wunderschöner Song für ihren Sohn Shavaar. Das einige Songs trotz der grossen Eigenständigkeit nach US-Produktionen klingen, liegt sicherlich auch an der intensiven Zusammenarbeit mit Chink Santana, der neben Reza Safina und Bloodshy & Avant den musikalischen Teppich gelegt hat, Lil Wayne, Sincere und wiederum Chink Santana sind als Gäste vertreten.